Durchschnittlicher Lagerbestand Beispiel Essay

Definition

Datenbeschaffung/Aufbereitung

Die für den durchschnittlichen Lagerbestand benötigten Werte können nicht dem Jahresabschluss (JA) entnommen werden. Sie sind im internen System (z.B. Warenwirtschaftssystem) zu finden. Der durchschnittliche Lagerbestand kann nicht nur in Stück, sondern z.B. auch in Gewicht oder Volumen berechnet werden, je nachdem welche Stoffe vorliegen.

Interpretation

Der durchschnittliche Lagerbestand zeigt an, wie hoch der Lagerbestand im Durchschnitt ist. Dabei kann eine pauschalisierte Berechnung (mit Anfangsbestand und Endbestand) sowie eine genaue Berechnung (mit Anfangsbestand und 12 Monatsendbeständen) durchgeführt werden. Für Vergleichszwecke reicht meist die pauschalisierte Berechnung aus. Bei Planungszwecken sollte jedoch die genaue Berechnung bevorzugt werden, da sie viel genauere Werte liefert und diese die Basis für eine gute Lager- und Produktionsplanung schaffen. Der durchschnittliche Lagerbestand sollte gering gehalten werden, um Lagerkosten zu sparen und das hier gebundene Kapital besser investiert werden kann. Der durchschnittliche Lagerbestand kann z.B. durch Just-in-Time verringert werden. Andererseits kann ein höherer Lagerbestand als Puffer bei Lieferverzögerungen dienen.

Beispiel

Anfangsbestand: 10.000 Stück

Endbestand: 9.000 Stück

Endbestand Januar: 11.000

Endbestand Februar: 9.000

Endbestand März: 8.000

Endbestand April: 10.000

Endbestand Mai: 12.000

Endbestand Juni: 8.000

Endbestand Juli: 9.000

Endbestand August: 8.000

Endbestand September: 11.000

Endbestand Oktober: 10.000

Endbestand November: 8.000

Endbestand Dezember: 9.000


Mit der pauschalisierten Berechnung erhält man einen durchschnittlichen Lagerbestand von 9.500 Stück, mit der genauen Berechnung einen durchschnittlichen Lagerbestand von 9.461,54 Stück.

Literatur

Ditz Kristoffer, Limitplanung im Textilhandel - Welche Fehler in der Kalkulation gemacht werden können, in: Controller Magazin (CM), 1/2017, S. 71.

Gleissner Harald/Möller Klaus, Fallstudien Logistik: Logistikwissen in der praktischen Anwendung, 2009, Gabler, S. 168.

Griemert Silke/Kröber Dennis/Demmel Andreas, Rüstzeitoptimierung, in: Controller Magazin (CM), 3/2017, S. 5.

Irgel Lutz, Handbuch für Kaufleute, 2. Auflage, 1989, S. 413.

Sabrautzky Thorsten, Erfolgreiche und Profitable Vertriebssteuerung, 2013, BoD, S. 68.

Schmidt Walter, PreisGeld – mehr als eine Recheneinheit, in: Controller Magazin (CM), 3/2017, S. 50.

Sellien Reinhold, Betriebswirtschaftslehre, Springer, S. 66.

Ersteinstellender Autor

Christoph Bieramperl

Durchschnittlicher Lagerbestand[Bearbeiten]

Der durchschnittliche Lagerbestand ist die erste Stufe auf einer ganzen Treppe von Kennzahlen, die jeweils von den vorhergegangenen abhängen. In seiner Funktion entspricht er seinem Namen: Die Kennzahl gibt die Menge bzw. den Wert der Waren an, die sich über das Jahr durchschnittlich im Lager befinden. Sie lässt sich sowohl mit Mengen als auch mit Werten berechnen.

Diese Kennzahl gibt Aufschluss über die Lagerkosten, die ja direkt von der Auslastung des Lagers abhängt, sowie möglicher Einsparpotentiale, wenn möglicherweise das Lager zu groß für den gelagerten Bestand ist.

Formel:

oder
oder
oder

Beispiel

Aus dem Lager für die Baugruppe G77 sind folgende Werte bekannt:

Anfangsbestand: 8932 Stück
Endbestand: 7832 Stück

Wie auch der Lieferbereitschaftgrad ist der durchschnittliche Lagerbestand ohne Vergleichswerte wenig aussagekräftig. Bei Branchenwerten muss jedoch auch der Unterschied in der Unternehmensgröße bedacht werden; ein Großkonzern hat schließlich meist ein größeres Lager als ein mittelständiges produzierendes Unternehmen.

Übungsaufgaben[Bearbeiten]

 

Übung 1

Berechnen Sie den durchschnittlichen Lagerbestand mit folgenden Werten:

Anfangsbestand: 92938 €
Endbestand: 39293 €

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